In Deutschland erfreut sich das E-Bike zunehmender Beliebtheit. Viele europäische Hersteller bieten hochwertige Fahrrad-Modelle an, die jedoch ihren Preis haben. Wenn du nur ein kleines Budget zur Verfügung hast, kannst du dich hier über den Kauf eines Elektro-Fahrrad aus China informieren.

Wie gut sind E-Bikes aus China?

Seit einigen Jahren boomt der Markt mit günstigen Produkten aus Fernost. Oftmals rückt dabei der niedrige Preis in den Vordergrund und die Qualität lässt eher zu wünschen übrig. Für ein E-Bike aus europäischer Herstellung müssen Käufer meist 1000 Euro aufwärts zahlen. Da ist es nicht verwunderlich, dass bei einem Preis von ca. 400 Euro ein Elektro-Bike aus China sehr attraktiv wirkt. Vor allem für junge Menschen in der Ausbildung oder Studenten lohnt sich der Blick auf den chinesischen Markt, denn hier können sie einiges an Geld einsparen. Doch bieten die Produkte auch eine angemessene Qualität? Um dies zu beantworten, sollte der Interessierte gezielt bestimmte Modell und deren technische Spezifikationen vergleichen.

Welche Marken und Modelle gibt es aus China?

Eine der bekannten Marken, die chinesische E-Bikes liefert, ist Fiido. Das Fiido D1 ist bereits ab ca. 450 Euro im Internet erhältlich. Bei diesem Elektrofahrrad aus China handelt es sich um ein Klapprad mit einem recht kleinen Rahmen und Reifen in 14 Zoll. Durch diese kompakte Größe und die Klappfunktion lässt sich das Rad einfach verstauen und bei Bedarf mit wenigen Handgriffen im Auto transportieren. Die Verarbeitung des Rahmens wirkt weder billig noch klapprig, sondern äußerst robust.

Der Fahrer kann aus drei verschiedenen Fahrmodi auswählen: Im manuellen Modus muss der Fahrer selbst in die Pedale treten, ohne vom Motor unterstützt zu werden. Dies ist aufgrund der kleinen Räder und des Gewichts von 16 kg recht mühselig. Im Moped-Modus beschleunigt der Motor auf bis zu 25 km/h und der Fahrer kann sich entspannt zurücklehnen. Im Pedelec-Modus dient der Motor als Unterstützung, solange der Fahrer in die Pedale tritt. Laut Herstellerangaben reicht der Akku für eine Strecke von 40 km im Moped- bzw. 80 km im Pedelec-Modus aus. Ein Testbericht ergab jedoch, dass diese Streckenlängen nicht erreicht werden können. Rechtlich gesehen ist das E-Bike des chinesischen Herstellers für die Nutzung in Deutschland kritisch zu betrachten. Nicht nur das fehlende Rücklicht gefährdet die Sicherheit. Auch der eingebaute Moped-Modus ist hierzulande ohne Nummernschild und behördliche Zulassung nicht erlaubt.

Billige E-Bikes von Xiaomi

Eine weitere Marke aus China ist Xiaomi, deren E-Bikes auf der ganzen Welt und besonders in China weit verbreitet sind. Mit dem QiCycle hat Xiaomi extra eine Version für den Europäischen Markt konstruiert, die für ca. 740 Euro erhältlich ist. Auch dieses E-Bike ist ein Klapprad mit einer soliden Verarbeitung und mit seinen 14,5 kg vergleichsweise leicht. Im Gegensatz zum Fiido bietet es jedoch drei Gänge, die der Fahrer je nach Gelände oder Steigung auswählen kann. Auch drei verschiedene Modi hält das Bike bereit: einen Eco-, Standard- und Turbomodus. Durch einen Widerstandssensor erkennt das elektrische Fahrrad, wie schnell der Fahrer in die Pedale tritt und passt die Beschleunigung entsprechend an. Dadurch kann das Rad nie über 25 km/h schnell fahren. Somit ist das Pedelec aus China auch auf deutschen Straßen erlaubt. Die versprochene App-Anbindung funktioniert jedoch nicht und ist vermutlich nur in der chinesischen Version verfügbar.

Wie ist die Qualität im Vergleich zu europäischen Herstellern?

Was die Verarbeitung und Leistung angeht, bieten die chinesischen E-Bikes eine gute Qualität zum kleinen Preis. Jedoch sind die Bedienungsanleitungen oft nicht in Deutsch verfasst oder nicht ausführlich genug. Auch kleine Zusatzfunktionen wie eine Akkuanzeige oder App-Anbindung funktionieren nicht reibungslos. Das größte Problem stellt jedoch der Moped-Modus dar, der bei manchen E-Bikes wie dem von Fiido eingebaut ist. Interessenten sollten auf den Kauf solcher E-Bikes verzichten, um ihre Sicherheit nicht zu gefährden.

Fallen für chinesische E-Bikes Kosten beim Zoll an?

Im Januar 2019 führte die EU-Kommission dauerhafte Strafzölle auf die Einfuhr von E-Bikes aus China ein. Dies hat den Grund, dass die extrem preiswerten Produkte aus China den Wirtschaftszweig der europäischen E-Bike-Hersteller gefährden. Bis auf wenige Ausnahmen betragen die Strafzölle 83,6 Prozent des Warenwerts. Bei einer Direkteinfuhr aus China muss der Käufer diese Summe selbst zahlen. Daher sollte er möglichst bei einem Lieferant bestellen, der sein Warenlager in der EU hat, sodass kein Einfuhrzoll anfällt.

 

Dualer Student und Blog-Schreiber für newbikez!