Das Bike-Sharing hat viele positive Entwicklungen vor allem in den Großstädten im Gepäck – darum setzen diese vermehrt auf das Fahrradverleihsystem. In diesem Artikel erklären wir Dir, wie diese Art der Mobilität funktioniert und die Straßen erobert.

Bike-Sharing als Mobilitätskonzept im urbanen Raum

Seien wir ehrlich: keiner von uns setzt sich je mit Lust in überfüllte öffentliche Verkehrsmittel, reiht sich morgens mit vollem Elan in die Autolawine oder sucht mit Engelsgeduld einen Parkplatz. Vor allem in deutschen Städten wie München, Berlin, Hamburg hat die Fortbewegung mit dem Rad daher wieder an Popularität gewonnen. Es führt nicht nur zur Entlastung im Pendlerverkehr, sondern ist zudem gut für die eigene Fitness und das persönliche Zeit- und Finanzmanagement. Stressfrei fährst Du vorbei an Staus und steigenden Benzinpreisen. Schon Adam Opel sagte, dass „bei keiner anderen Erfindung das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden ist, wie beim Fahrrad.“ Aber nicht jeder hat ein eigenes Fahrrad, das immer einsatzbereit ist. Nicht jeder möchte sein teures Velo unbeobachtet vor dem Bürogebäude abstellen. Um der Verkehrslast entgegenzuwirken, haben viele Städte daher das Bikesharing eingeführt. Vor allem auf Kurzstrecken oder als Kombination mit dem öffentlichen Nahverkehr überzeugt dieses Mobilitätskonzept, denn schnell sind täglich 15 Minuten Arbeitsweg eingespart. Als relativ neues Mobilitätsprodukt erfreut sich E-Bike-Sharing steigender Beliebtheit. Jedoch sind die Pedelecs nicht bei jedem Anbieter bzw. in jeder Stadt verfügbar.

Für kleinere Städte und die Landbevölkerung ist das Bikesharing-Angebot eher keine Alternative – zu groß die Entfernungen, zu niedrig die Nutzererwartung. Da bleibt dann der Umweltaspekt schnell auf der Strecke.

Wie funktioniert Bike-Sharing eigentlich genau?

 Bike-Sharing ist ein Fahrradverleihsystem, bei dem jeder, der sich in der entsprechenden App oder im Web des Bike-Sharing-Anbieters wie nextbike, call-a-bike oder Donkey Republic registriert hat, Bikes im öffentlichen Raum ausleihen kann, unabhängig von Öffnungszeiten. Bei der Online-Registration ist eine E-Mail-Adresse anzugeben und ein gültiges Zahlungsmittel festzulegen, oft erfolgt die Zahlung per Kreditkarte. Möchte der Nutzer ein Fahrrad nutzen, bekommt er einen bestimmten Code zugewiesen oder scannt den QR-Code und kann damit das Schloss entriegeln. Der Nutzer greift damit auf ein gut gewartetes Fahrrad zu, das er an den verschiedensten Stellen abholen und nach Gebrauch wieder abstellen kann.

 Was ist Freefloating? Was ist stationsbasiertes Sharing?

Es gibt inzwischen zwei verschiedene Varianten des öffentlichen Fahrradverleihsystems: Auf der einen Seite stehen das stationsbasierte Sharing, bei dem der Nutzer das Mietrad an festgesetzten Stationen abholen und wieder andocken muss. Die Stationen sind oft an strategischen Punkten in der Stadt zu finden, wie an S- oder U-Bahnen und Bus-Bahnhöfen. Eine App oder die Internetseite des jeweiligen Anbieters zeigt dem Kunden exakt an, wo sich die festen Rückgabe-Stationen befinden. Die andere Variante ist das Freefloating mit sogenannten virtuellen Stationen. Der Nutzer kann mittels App die in der Nähe verfügbaren Räder einsehen, leihen und nach Nutzung innerhalb des gesamten Verleihgebietes wieder abstellen. Dadurch ist er wesentlich flexibler. Freefloating hat als dockloses Sharing aber auch einen Nachteil, denn nicht jeder stellt das Rad wieder sachgemäß ab. Es kann zur Behinderung der Fußgänger und des Verkehrs kommen. Darum sprechen viele Städte wie Hamburg sich gegen ein solches System aus. Eine unkontrollierte „Invasion“ von Mieträdern, wie vor einigen Jahren vom asiatischen Unternehmen obike verursacht, wünscht sich keiner.

Für entsprechend nachhaltige Mobilitätskonzepte sind Stadtplaner gefragt. Ein Großteil der Kommunen und Städte sehen das Bikesharing als Chance und koordinieren eng mit den Providern. Sei es bei der Standortwahl für die Stationen, bei der Festlegung von ausreichenden Abstellplätzen für die Bikes oder gar den Preisen.

Fahrrad leihen für die Umwelt

 Durch die Vernetzung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln lassen sich mit dem Bike-Sharing-System die täglichen Wege komfortabel und vor allem umweltfreundlich zurücklegen. Das Ziel urbaner Mobilität : Das Bike soll das Auto vor allem im innerstädtischen Bereich immer mehr ersetzen. Der Straßenverkehr soll entlastet und die CO2-Emission eingedämmt werden. Städte gehen so gegen den Flächenverbrauch durch Parkplätze oder Parkhäuser vor, denn versiegelte Flächen erhöhen die Lufttemperatur, senken den Grundwasserspiegel und bergen die Gefahr von Hochwasser. „Shared Mobility“ in Deutschland ist mittlerweile groß, gerade in den letzten Jahren nahm es rasant zu. Allein in einer Großstadt wie Hamburg prägen über 1.500 Leihräder bzw. E-Bikes das Bild.

Für wen ist dieses Mobilitätsprodukt geeignet?

Jeder muss für sich abwägen, ob es für ihn sinnvoll ist, vom Auto auf das Rad umzusteigen. Viele Faktoren müssen bei der Entscheidung berücksichtigt werden: was kostet mich das Auto? Kann ich einen Einkauf mit dem Leihrad erledigen? Was mache ich im strömenden Regen oder bei zehn Zentimeter Neuschnee? Steht ein wichtiges Meeting an, bei dem ich nicht zerzaust und verschwitzt ankommen möchte? Es muss ja nicht jeder Tag ein Bikesharing-Tag sein.

Dualer Student und Blogartikel-Schreiber für NewBikez!